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alles über rias2 - infos und daten im überblick.

Alles wissenswerte über die junge RIAS-Welle, ergänzt um einige Informationen zu Rias 1 und RIAS-TV.

Sendestart: überraschend: vor dem rias2 gab es schon ein RIAS 2 - und zwar gut 32 Jahre. Am 1.11.1953 nämlich nahm der RIAS offiziell sein zweites Programm in Betrieb.
Mit anfänglichen Sendezeiten werktags 18.00 bis 24.00 Uhr und sonntags 14.00 bis 24.00 Uhr über UKW, Mittel-, Kurzwelle und Drahtfunkkanal 1 bestand der Auftrag darin, durch Wiederholungen aus dem Hauptprogramm den durch Stromsperren und Störsender beeinträchtigten Empfang alternativ zu ermöglichen.

In den Folgejahren wurde das zweite Programm kontinuierlich mit einem eigenständigen Profil ausgebaut und brachte Mitte der 80er Jahre neben Sportübertragungen und Spezialsendungen nachmittags verstärkt Jugendsendungen, die sich hoher Beliebtheit erfreuten. Besonders bekannt ist der "Treffpunkt". 1985 gehörte schon der ganze Nachmittag unter dem Slogan "Jugendwelle RIAS 2" den jungen Zuhörern.

Das neue rias2 startete am 30.9.1985 um 4.20 Uhr als reines 24-Stunden-Jugendprogramm. Bis 4.10 Uhr lief auf den Frequenzen das Nachtprogramm von Rias1, danach ertönten 10 Minuten lang Trommeln und der Satz "Hier ist RIAS Berlin", um Punkt 4.20 Uhr erfolgte der Sendestart. Damals am Mikrofon: der "Alte Ami" Rik DeLisle, der erste Musiktitel: "People Get Ready" von Jeff Beck und Rod Stewart.


Sendeschluß:   Der RIAS als "Rundfunk im amerikanischen Sektor" hatte mit dem Ende der deutschen Teilung seinen ursprünglichen Auftrag verloren.

Einen amerikanischen Sektor gab es nach dem Abzug der Alliierten Streitkräfte nicht mehr und die Notwendigkeit, Ostdeutschland mit objektiven Informationen zu versorgen, war nicht mehr gegeben.
Die USA waren nicht bereit, den Sender weiterhin zu finanzieren, und zugleich drängte sich die Herbeiführung einer Lösung bei der Vereinigung der westdeutschen Sender mit den Resten des ostdeutschen Rundfunks, vornehmlich dem aus dem Deutschlandsender hervorgegangenen "DS-Kultur", auf.

Zuerst stellte das Fernsehprogramm RIAS-TV am 31.3.1992 den Sendebetrieb ein und wurde nahtlos in das Auslandsfernsehen der Deutschen Welle (DW-TV) überführt.
RIAS-TV war am 22.8.1988 auf Sendung gegangen und brachte täglich mehrere Stunden Programm auf dem in der restlichen Zeit von SAT.1 genutzten Berliner Kanal 25. DW-TV übernahm den Standort in der Voltastraße 5 von RIAS-TV und sendet noch heute aus diesen Räumen.

rias2 stellte am 31.5.1992 den Sendebetrieb ein. Der letzte Mann am Mikrofon war Henry Gross, der letzte Titel: "Hello goodbye" von den Beatles. Die Berliner UKW-Frequenz übernahm lückenlos per 1.6.1992 die "Radio-Information Audio-Service Zwei GmbH". Diese private Nachfolgegesellschaft, deren Name als "RIAS2" abgekürzt werden kann, wollte ursprünglich die Jugendwelle unter altem Namen als Privatradio fortführen. Schließlich kam es anders, man durfte den Begriff RIAS nicht verwenden und wich als Kompromiss auf die ähnlich klingende Bezeichnung "r.s.2" aus.

Das verbliebene Rias 1 identifizierte sich fortan als "RIAS Berlin". Die Mittelwellenfrequenz 855 kHz verblieb beim RIAS und wurde für Sondersendungen verwendet. Auch heute sind noch Spezialübertragungen vom DeutschlandRadio Berlin zu empfangen, u.a.Ton-übernahmen von ARD- und ZDF-Fernsehsendungen.

Die Hofer UKW-Frequenz 91,2 MHz verblieb beim RIAS, hier lief bis Ende 1993 parallel zur alten Hofer Rias 1-Frequenz 89,3 MHz das RIAS-Programm. Nach der Gründung des DeutschlandRadios am 1.1.1994 und der damit einhergehenden Frequenz-Neustrukturierung wurde die 91,2 an BAYERN 1 vergeben.


Studio: Die Redaktion des neuen rias2-24-Stunden-Jugendprogrammes war, da kein Büro im Funkhaus frei war, in den ersten Wochen in Containern, die auf dem Parkplatz im Innenhof des RIAS-Funkhauses an der Kufsteiner Straße (heute Hans-Rosenthal-Platz, Fotos hier) aufgestellt waren, untergebracht.
Gesendet wurde aus dem altehrwürdigen Studio K3 mit der Diskothek in Studio 3b, in der schon zuvor die Jugendwelle und der Treffpunkt produziert wurden. Am 16.7.1990 zog die Mannschaft in das neu eingerichtete Studio K2 und blieb dort bis zur Einstellung des Programmes. An der Studiotür klebte das Plakat des Kinofilms "K2 - Das letzte Abenteuer".

Das Funkhaus war mehr als ausgelastet, sodaß das 1988 gegründete Fernsehprogramm RIAS-TV in neuen Räumen in der Voltastraße im Wedding (ehemalige AEG-Gebäude) untergebracht werden musste.

Von Januar 1994 bis September 1994 wurde zufälligerweise im Studio K2 vom Nachfolger "DeutschlandRadio Berlin" die Rundfunkhobby-Sendung "DX-Aktuell" produziert, dadurch bot sich zahlreichen Hobbyfreunden die Gelegenheit eines Besuches.

94,3 r.s.2, das rias2 am 1.6.1992 ablöste, konnte die Räume im RIAS-Funkhaus nicht weiterhin benutzen und zog daraufhin in die AEG-Gebäude in der Voltastraße in Wedding, wo es auch heute noch in Nachbarschaft mit dem RIAS-TV-Nachfolger DW-TV und OKB (Offener Kanal Berlin) beheimatet ist.


Frequenzen: UKW Berlin 94,3 MHz
Auf der Hauptfrequenz wurde rias2 mit 50kW vom Sendemast in Berlin-Britz abgestrahlt. über den gleichen Mast lief auch Rias 1 auf 89,6 MHz. Der Sender erreichte fast die gesamte Ostone und konnte selbst in Dresden mit entsprechendem Antennenaufwand gut empfangen werden.

UKW Hof 91,2 MHz
Der zweite UKW-Sender befand sich auf dem Waldstein im Fichtelgebirge (Nordost-Bayern, bei Hof, nicht zu verwechseln mit der benachbarten und zum Bayerischen Rundfunk gehörigen Sendestelle Ochsenkopf). über die gleiche Anlage wurde auch Rias 1 auf 89,3 MHz ausgestrahlt. Von einer Mittelwellenstation in Hof strahlte die Rias 1-Mittelwellenfrequenz 684 kHz. Bayern gehörte zu den von den amerikanischen Alliierten besetzten Gebieten, zudem konnte von diesem Standort aus der Süden der Ostzone gut versorgt werden. In Ostsachen boten allerdings in der Regel die Berliner Frequenzen besseren Empfang.

Mittelwelle Berlin 855 kHz
rias2 sendete auch über einen Mittelwellensender in Berlin-Britz. Hier befanden sich gleichfalls die Sendeanlagen der Rias 1-Mittewellenfrequenz 990 kHz, außerdem die Kurzwellensendeanlagen für 6005 kHz (Rias 1) und die beiden UKW-Sender. Die Reichweite der 855 kHz war jedoch auf Berlin und das Umland begrenzt.


RDS: Der RIAS strahlte ab dem 28.8.1987 RDS-Kennungen aus, allerdings nur die Programmnamen "RIAS 1" und "RIAS 2", keine weiteren Informationen.
DeutschlandRadio Berlin verwendete kurz nach dem Sendestart Anfang 1994 die RDS-Kennung "RIAS/DSK". Heute lautet die Kennung "D-Radio" bzw.seit Frühjahr 2005 "DKULTUR", das rias2-Nachfolgeprogramm identifiziert sich als "94,3 rs2".


Moderatoren: Eine umfangreiche Übersicht gibt es hier